Seine Familie, sein Marbach-Team und viele teils weitgereiste Weggefährten trafen sich gestern auf der Marbacher Geländestrecke um des verstorbenen Gelände-Parcourschefs Gerd Haiber zu gedenken.

So still ist es selten im sogenannten Eichelesgarten des Haupt- und Landgestüts Marbach. Wo heute Reiter und Pferde von den Zuschauern angefeuert werden, versammelten sich gestern am späten Nachmittag weit mehr als 200 Menschen, um den Mann zu ehren, der Herz und Seele der Internationalen Marbacher Vielseitigkeit war: Gerd Haiber aus Hechingen, der langjährige Gelände-Parcourschef und Sportliche Leiter der Veranstaltung, der diese geprägt hat wie kein anderer und der im vergangenen Jahr bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückte.
Musikalisch stilvoll umrahmt vom Musikverein des nahegelegen Örtchens Dapfen, wurde zu seinen Ehren ein Gedenkstein enthüllt, ein Findling von seiner Heimat, der Schwäbischen Alb. Darauf ist ein Plakette angebracht mit der Inschrift: „In Gedenken an Gerd Haiber – Parcourschef der Marbacher Vielseitigkeit von 1998 – 2018. Er entwickelte das Turnier zu einer Veranstaltung mit internationalem Renommee“.
Dieter Aldinger, Vorsitzender der veranstaltenden Interessengemeinschaft der Vielseitigkeitsreiter in Baden-Württemberg, und Gogo Seitter als Vertreter des „Bautrupps“, des Teams der Geländehindernis-Bauer, die Haiber seit vielen Jahren begleiten, fanden ergreifende Worte. An die langjährige Zusammenarbeit auf Augenhöhe erinnerte Seitter. Haiber sei nie „Chef“ gewesen, sondern immer Freund. Gemeinsam habe man Hindernisse entwickelt, geplant und die Konzepte in die Tat umgesetzt. Dieter Aldinger ließ auch Haibers internationale Meriten Revue passieren: „Er baute fünf Mal Strecken für Nachwuchseuropameisterschaften. Auch die Indoor-Strecken von Stuttgart, Stockholm und Salzburg trugen seine Handschrift“, so Aldinger. “Aber vor allem Marbach, die Geländestrecke in seiner schwäbischen Heimat, hatte es ihm angetan. 20 Jahre, von 1998 bis 2018 baute er mit den Männern, denen er vertraute, die verschiedenen Strecken so einfühlsam und so elegant, dass sie sich einzigartig in die Topographie dieses Geländes einfügen. Es ging ihm dabei nicht darum, Pferde und Reiter an ihre Grenzen zu führen, sondern darum, zwar anspruchsvolle, aber immer faire, dem Gelände angepasste Parcours zu bauen, die die Teilnehmer bewältigen konnten, die den Pferden Spaß machten und die das Publikum für unseren herrlichen Sport begeisterten. Vor allem dachte er dabei an die Pferde, denn er war ein wirklicher Horseman.“ Ein schönes Kompliment für einen ganz besonderen Mann.