Die Liste der Nennungen liest sich wie ein Who’s who der Disziplin, und der Run auf das Tur-nier auf der Schwäbischen Alb ist ungebrochen – für die CCI2*-L-Prüfung wurde mittlerweile eine Warteliste angelegt. Die Nennungen kommen aus Australien, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, den Niederlanden, Österreich, Polen, Schweden und der Schweiz. Die ausländischen Gäste treffen auf die deutschen Cracks – auf Michael Jung, den Profi aus dem Schwarzwald, der bei zwei Olympischen Spielen drei Gold- und eine Sil-bermedaille gewann, auf Andreas Dibowski, den Team-Olympiasieger von 2008, auf Frank Ostholt, der wie Dibowski 2008 zum olympischen Gold-Team gehörte und 2006 mit der Mannschaft Weltmeister wurde, auf Dirk Schrade, den Lokalmatador aus dem benachbarten Gomadingen, der mittlerweile in Schlewig-Holstein zu Hause ist und mit der deutschen Mannschaft sowohl bei den Olympischen Spielen 2012 als auch bei den Weltreiterspielen 2014 Gold gewann…

Championat, Meisterschaft, Nationenpreise, Cup und Sichtung
Die Liste ließe sich fortsetzen. Für diese Profis geht es im CCI4*-S, dem Preis des Landes Ba-den-Württemberg, auch um einen Titel. Denn in der sportlich hochkarätigsten Prüfung des Marbacher Turniers tragen die deutschen Berufsreiter im Vielseitigkeitssattel alljährlich ihr Championat aus. Unabhängig von Meistehren aber gilt es, sich mit guten Runden vor den Augen des Bundestrainers für einen Startplatz bei den Europameisterschaften Ende August in Luhmühlen zu empfehlen. Das Turnier auf der Schwäbischen Alb ist Formüberprüfung und Standortbestimmung auf dem Weg zum wichtigsten Championat dieser Saison und offiziell „Vorbereitungsprüfung“ für die EM.

Das Championat der Berufsreiter ist übrigens nicht die einzige Meisterschaft des Turniers –Baden-Württembergs Vielseitigkeitsreiter reiten in Marbach in der internationalen Zwei-Sterne-Vielseitigkeit, dem CCI2*-L, traditionell um die Schärpe des Landesmeisters und um Medaillen.
Und auch für die Jüngsten im Sattel geht es im Mai in Marbach um mehr als „nur“ den Sieg und die individuelle Platzierung: Gleich zwei Nationenpreise – einer für die Altersklasse der Junioren, einer für Ponyreiter – stehen auf dem Programm. Die Teams der Anrainerstaaten reiten außerdem um den „Pony-Alpencup“ und für die deutschen Nachwuchsreiter im Pony-sattel ist das Turnier gleichzeitig Sichtung für die Europameisterschaften, die Mitte August im polnischen Strzegom ausgetragen werden.

Ehrung und Abschied – emotionale Monente
Die hochkarätig besetzen Prüfungen versprechen zweifellos spannenden Sport auf dem herr-lichen Gelände des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts. Aber die Besucher, die dem Turnier seit Jahren die Treue halten und zu Tausenden die Geländestrecken säu-men, dürfen sich auch auf ein buntes Rahmenprogramm freuen. Für Abwechslung sorgen unter anderem der zum Shoppen einladende Ausstellungsbereich und eine Verkaufsschau des Pferdezuchtverbandes Baden-Württemberg im Gelände, bei der talentierte Nachwuchs-pferde vorgestellt werden. Auch spektakuläre Show-Acts bereichgern das Programm: „Horse & Fire“ ist die Schaunummer überschrieben, die am Samstag ab 20:30 Uhr die legendäre Turnier-Fete unter dem Motto „Nationenpreis-Party“ einläuten wird. Ein Spektakel der be-sonderen Art!
Und immer wieder nutzen auch bekannte Sportler des Landes das Turnier für „ihren großen Tag“, für die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens. In diesem Jahr gibt es „das Goldene“ für Falk-Filip-Finn Westerich aus dem württembergischen Ruppertshofen. Der auch im Springsattel bis Klasse S erfolgreiche Profi erhält die Auszeichnung dank seiner Erfolge im Vielseitigkeitssattel bis Vier-Sterne-Niveau. – Sicher ein emotionaler Moment, nicht nur für den Reiter.
Ein weiterer, zweifellos emotionaler Programmpunkt steht am Turnierfreitag um 17 Uhr an. Dann treffen sich Reiter, Freunde und Weggefährten des langjährigen Marbacher Gelände-Parcourschefs, des im vergangenen Jahr bei einem Autounfall tödlich verunglückten Gerd Haiber im sogenannten Eichelesgarten, dem Kernstück der Marbacher Geländetrecken. Dort wird ein Gedenkstein, ein Findling von seiner Heimat, der Schwäbischen Alb, zu Ehren des Mannes enthüllt, der dieses Turnier so lange geprägt hat. Und ein Gerd-Haiber-Gedächtnispreis wird in diesem Jahr auch erstmals verliehen – ein Sonderpreis für den „Rookie“, den bestplatzierten der Reiter, die in Marbach ihr Vier-Sterne-Debüt geben. Eine schöne Geste!